Kein Treffer bei der Markensuche: Ist mein Name wirklich frei?

Die kurze Antwort

Ein fehlender Suchtreffer bedeutet noch nicht, dass Sie den Namen konfliktfrei verwenden können. Das IGE prüft bei der Anmeldung keine älteren Markenrechte. Neben identischen Namen können auch ähnliche Zeichen und andere ältere Kennzeichen relevant sein.

Was die Eintragung tatsächlich bestätigt

Das IGE untersucht unter anderem, ob Ihr Zeichen unterscheidungskräftig ist und keine absoluten Ausschlussgründe vorliegen. Es übernimmt dabei keine Recherche nach älteren Marken, Firmennamen oder Domains. Eine erfolgreiche Eintragung ist deshalb keine behördliche Bestätigung, dass niemand Rechte gegen die Nutzung geltend machen kann.

Für Ihre Planung sind damit zwei Fragen getrennt zu beantworten: Ist das Zeichen als Marke schutzfähig, und könnte seine Verwendung mit älteren Rechten kollidieren? Ein positives Ergebnis bei der ersten Frage ersetzt die zweite Abklärung nicht.

Quellen: IGE: Kollisionsgefahr und ältere Rechte

Warum der genaue Wortlaut nicht genügt

Swissreg ist ein sinnvoller Ausgangspunkt für Schweizer Marken und internationale Registrierungen mit Schutzwirkung in der Schweiz. Ergänzend können Firmen-, Domain- und Internetrecherchen Hinweise liefern. Suchen Sie auch nach naheliegenden Schreibvarianten. Bei einem Logo ist eine reine Wortsuche besonders wenig aussagekräftig.

Entscheidend ist nicht bloss, ob zwei Treffer gleich geschrieben werden. Die Ähnlichkeit der Zeichen und die betroffenen Waren oder Dienstleistungen müssen zusammen beurteilt werden. Eine Trefferliste liefert Material für diese Beurteilung, aber noch kein rechtliches Ergebnis.

Quellen: IGE: Möglichkeiten und Grenzen eigener Markenrecherchen · IGE: Kollisionsgefahr und ältere Rechte

So bereiten Sie eine brauchbare Recherche vor

Notieren Sie den Namen in der geplanten Schreibweise, Ihre konkreten Produkte, die angesprochenen Kunden und die geplanten Verkaufsländer. Halten Sie zwei oder drei alternative Namen bereit. Damit lässt sich ein auffälliger Treffer besprechen, ohne dass bereits sämtliche Gestaltung und Werbung auf eine einzige Variante festgelegt sind.

Klären Sie bei einem Rechercheauftrag, welche Register, Länder und Arten von Ähnlichkeit er umfasst und ob eine rechtliche Bewertung enthalten ist. Auch eine professionelle Recherche kann keine absolute Konfliktfreiheit garantieren. Ihr Nutzen liegt darin, erkennbare Risiken vor grösseren Investitionen einzuordnen.

Quellen: IGE: Professionelle Markenrecherchen

Was Sie jetzt konkret tun können

  • Wunschname, Schreibvarianten und gegebenenfalls das Logo zusammentragen.
  • Waren, Dienstleistungen und Zielmärkte konkret beschreiben.
  • Rechercheumfang und Bewertung vor Verpackungsdruck oder grosser Werbekampagne klären.

Häufige Anschlussfragen

Reicht eine Google-Suche vor der Markenanmeldung?

Sie kann Hinweise auf tatsächliche Nutzer liefern. Sie ersetzt keine Suche in relevanten Markenregistern und keine Prüfung ähnlicher Zeichen. Ein Name kann bereits angemeldet sein, ohne im normalen Suchergebnis sichtbar zu werden.

Quellen: IGE: Möglichkeiten und Grenzen eigener Markenrecherchen

Kann ich trotz Eintragung später einen Konflikt bekommen?

Ja. Ältere Rechte können zu einem Widerspruch oder einem Gerichtsverfahren führen. Das IGE weist ausdrücklich darauf hin, dass die Eintragung eine solche Auseinandersetzung nicht ausschliesst.

Quellen: IGE: Kollisionsgefahr und ältere Rechte

Ähnlichkeitsrecherche

Prüfen Sie mögliche Konflikte, bevor Sie in Ihren Namen, Ihre Verpackung und Ihren Marktstart investieren.

Quellen und Einordnung

Dieser Beitrag erklärt die Grundsätze allgemein. Ob und wie Ihr Zeichen geschützt werden kann, hängt vom konkreten Zeichen, den Waren und Dienstleistungen sowie älteren Rechten ab.

  1. IGE: Kollisionsgefahr und ältere Rechte ↗www.ige.ch